Ein Abend bei der Rettungshundestaffel Ostheide
Eine halbe Stunde früher wie üblich (18:30
Uhr) trafen sich die Jugendlichen der Jf Bienenbüttel am Donnerstag den 14.10.05
zum Dienst. Genaueres
wurde ihnen von ihren Jugendwarten nicht verraten, lediglich dass ein Besuch in
einem „Streichelzoo“ in Bad Bevensen geplant ist und es später als 20 Uhr werden
würde.
Den Besuch eines Streichelzoos konnte keiner so wirklich glauben, aber bei den
Jugendwarten in Bienenbüttel weiß man ja nie so genau, was sie sich für
„Schweinereien“ ausdenken. Dem Getuschel nach im Bus vermutete man, dass eine
Vorführung der FFw Bad Bevensen geplant ist. Pustekuchen !
Als man am Zielort ankam (ehemaliges Hamburgerisches Krankenhaus) war allen
sofort klar, dass man mit dem Streichelzoo doch nicht so daneben gelegen habe.
Auf dem Parkplatz warteten schon mehrere Hunde mit ihren Besitzern auf die
jungen Brandschützer.
Bei den Hunden und ihren Besitzern handelt es sich um die Mitglieder der
Rettungshundestaffel Ostheide e.V., die sich zur Zeit noch in einer
Trainingsphase befinden. Trainingsphase bedeutet, dass die Hunde noch nicht von
einer Prüfungskommission geprüft worden sind. Daher dürfen die Hunde noch nicht
bei Ernstfällen eingesetzt werden.
Nach einer kurzen Einweisung über den Ablauf der Übung und den unterschiedlichen
Funktionsweisen der Suche (hierzu am Ende mehr) wurden die Jugendlichen auf die
einzelnen Hunde und ihre Führer aufgeteilt. Mit Taschenlampe und Funkgerät
„bewaffnet“ machten sich die einzelnen Gruppen auf in das nahe gelegene
Waldgebiet sowie das Ex-Krankenhausgelände. Während der nächsten 1 ½ Stunden war
das Gebiet rund um das Krankenhaus erfüllt mit Gebell der Hunde und Geplapper
der Kinder und Führer.
Da Verstecken und Suchen erfahrungsgemäß sehr anstrengend sein kann, hatten die
Hundeführer ein kleines kaltes Büffet für die 16 Jugendlichen und ihre 4
Jugendwarte vorbereitet. Dies wurde von den „ausgehungerten“ Kindern gerne
angenommen. Es blieb so gut wie nichts von den leckeren Salaten und Frikadellen
übrig, von den Süßigkeiten ganz zu schweigen. Schon während des Essens wurde den
Jugendlichen klar, dass die gesamte Aktion allen sehr viel Spaß gemacht hat und
man unbedingt so etwas wiederholen müsse. Da dies auf Gegenseitigkeit beruhte,
beschlossen Jugendwarte und Hundeführer, dies an einem Samstag oder Sonntag im
Frühjahr umzusetzen. Abgeschlossen wurde dieser unvergessliche Abend dann mit
einem gemeinsamen Gruppenfoto mit Jugendlichen, Führern und Hunden vor dem ELW
der FF Bienenbüttel.
An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön für diesen erlebnisreichen
Abend und die super Beköstigung an die Rettungshundestaffel Ostheide.
Wichtiges Hintergrundwissen zu Rettungshunden, ihrer Arbeit und Vorgehensweise:
Die Hunde werden als 1. Flächensuchhunde und 2. als Man Trailer ausgebildet.
Bei den Flächensuchhunden hat man sich auf a) Verbeller und
b) Rückverweiser speziealisiert.
Verbeller:
Das „Opfer“ versteckt sich, der Hund wird durch den Hundeführer in die Suche
geschickt, durchkämmt sein Suchgebiet systematisch, bleibt vor der gefundenen
Person sitzen und bellt solange, bis der Hundeführer bei den beiden eintrifft.
Rückverweiser:
Im Gegensatz zum
Verbeller rennt der Hund nach Auffinden der vermissten Person zu seinem
Hundeführer zurück, zeigt ihm durch sein Verhalten an, dass er die Person
gefunden hat, wird an die Leine genommen und bringt den Hundeführer direkt zu
der vermissten Person.
Das „Opfer“ für den Mantrailer gibt dem Hundeführer einen Geruchsstoff (z.B. ein
Taschentuch) von sich, dieses wird dann in einer Tüte verschlossen. Anschließend
geht das Opfer dann kreuz und quer durchs Gelände und versteckt sich. Der Hund
verfolgt nun, nach Schnuppern an dem Taschentuch und an der Leine geführt, die
Spur anhand von herabgefallenen Hautschuppen.
Im Einsatzfall macht der Hundeführer dem Einsatzleiter Meldung über den Zustand
des Opfers und fordert die entsprechenden Hilfskräfte an. Der Hundeführer ist
für die Erstversorgung eventueller gesundheitlicher Schäden des Opfers zuständig
und arbeitet eng mit der Einsatzleitung zusammen.